Frühling ist Schul-OL-Zeit!
Orientierungs(lauf)lust... war zwar nicht das Lösungswort beim 2-Ebenen-Turnhallenkomplex-Indoor-Mikro-Gedächtnis-2er-Staffel-Schul-OL, aber Freude hatten die meisten die meiste Zeit und so lernt man bekanntlich(?!) am besten, meisterlichsten, schönsten.
Im April gab es sowohl am Gymnasium Tolkewitz als auch an der Grundschule Unterm Regenbogen OL-Projektwochen, die vom USV TU Dresden mitgestaltet worden waren – eine neue Stadt-OL- und eine neue Schul-OL-Karte entstanden dafür.
So gab es für einige Jugendliche nach theoretischer OL-Präsentation 2 Wochen Sprint-, Staffel-, Indoor-, Mikro-, Stadt- (Foto-, Fragen-), Score- und Schachbrett-OL (wie Go4O). Der Score mit Punkten bereitete den Teilnehmenden in der 1. Woche nach kurzer Umfrage am meisten Freude. Und Hut ab: 5km OL in 1h schafften ein paar der „OL-Frischlinge“. Resümee eines großen Jungen: „Wir machten 17km OL in der Woche.“
Für den und am letzten Projekttag organisierten die Schülerinnen und Schüler einander eigene OL – ein paar Teams hatten dafür sogar eigene Karten erstellt. Und ein Team erfand eine Art Sackgassen-OL, bei dem die richtige Antwort zum nächsten Posten führte. Beim abschließenden Projektevorstellen zeigten und beschrieben die OL-Schüler*innen in ihrer Schule anderen begeistert die Karten mit absolvierten Bahnen und Aufgaben. Wochen, in denen praktisch gelernt wird und die erinnert werden.
Als Organisiator lernt man auch, u.a., dass Elementares verstanden werden muss: Posten steht inmitten des Postenkreises (nicht da, wo die Postenzahl auf der Karte steht :-) und beim klassischen „Outdoor-OL“ geht es nicht ins Schulhaus – eine „Innenecke“ ist nicht gleich innen.
Bei der (halben) Projektwoche der 103. GS in der Neustadt wurden vor allem auch die Lehrerinnen und Kinder kreativ: „Einstieg über einen OL in der Turnhalle und dann ein Schachbrett-OL mit Entdeckungsaufgaben zum Thema auf dem Hof. Danach das Video und im Anschluss sollen die Kids einen Mini-OL am Kiesei auf dem Hof durchführen und dort selbst einen OL in Kleingruppen entwickeln. Am Dienstag machen wir die kleinen OLs vom Vortag, lassen OLs im Schulhaus durchführen und machen den Foto-OL vom Schulhof. Mittwoch ist dann unser Highlight mit Ihnen!“
Der Rosengarten an der Elbe hätte auch Potenzial geboten, aber die Naturerlebnisse schon am Heiderand sind noch mehr Gold wert (für die Kinder und die Natur) – ein Reh auf dem Weg zum OL!, Eichhörnchen am Waldspielplatz, Dam- und Muffelwild im Wildgehege, ... Wenn junge Menschen die Schönheit der Natur erfahren und schätzen, dann schützen sie sie auch. Die Grundschulkinder hatten erstaunlich viel OL-Wissen, gar geschichtliches, an den Vortagen erworben. Der OL auf dem Waldspielplatzgelände ging rasant und lustvoll über die Bühne. Der OL im Wald wurde dann teils ausgedehnt und für ein „Rudel“ wirklich abenteuerlich, da einzelne „Führer“ besseren Wissens sich von den Posten an Wegen entfernten anstatt sie zu finden.
Alle Projektgruppen führten auch Distanz- und Richtungsübungen mittels (Doppel)Schritten und Kompassen durch – kann nicht schaden in Zeiten der Orientierungslosigkeit und Abwege, Selbstüberschätzung und digitaler Oberflächlichkeiten.
Aber was fangen OL-Fremde bitte mit einem Postenschirm an? Diebstahl von Besitz ist Schadensverursachung.
Immerhin kamen keine Kinder und Jugendlichen weg ;-), nur ein Chip wurde in der Heide verbummelt.
Desweiteren ist eine Familie im Verein mit Unterstützung anderer an zwei Schulen schon traditionell im Schul-OL-„Geschäft“ aktiv. An der 80. GS im Süden der Stadt sogar schon 10 Jahre und die älteren Grundschulkinder muss man eigentlich kaum mehr einweisen, wie das mit der Karte und der Zeitmessung so funktioniert. Alle rund 200 Kinder machten dort gestern OL. Da blieb keine Verschnaufspause für die Organisatoren in 4 Stunden, inklusive Siegerehrung der ersten drei Mädchen, Jungs bzw. 1.-Klasse-Teams pro Klasse oder auch mal Stufe. Planen und mit Zeitumgehen lernt man halt auch beim OL. In den Vorjahren war die Schule für den jährlichen OL auch mal im Fichtepark oder gar am Schloss Burgk in Freital unterwegs.
Die 9.-Klässler*innen der MANOS dürfen auch seit einigen Jahren OL im Park kennenlernen, so durften sie das auch dieses.
Zwei „OLer-Urgesteine“ des Vereins waren auch wieder aktiv: einer im Kreis Sächsische Schweiz ist es regelmäßig an bis zu vier Schulen in der Woche und ein anderer machte viele Jahre an der Anne-Frank-Schule in Radebeul für geistig beeinträchtigte junge Menschen (reisten auch von anderen Schulen aus dem Umland an) OL in der Jungen Heide (einfache Strecken auf Wegen) und erzählte von deren Leistungen und vielen Helfenden. (Geschichtsvergessenheit: Etliche Studierende kennen nach offiziellen Befragungen Anne Frank nicht.)
Und heute (8.5.) richtete er nach über 20 Jahren Schul-OL abermals an der 82. GS in Klotzsche, im Norden der Stadt, wo eine Vereinskollegin unterrichtet, einen Schul-OL aus.
Am selben Tag fand das Sportfest des Gymnasiums Johannstadt statt – mit unserer Beteiligung, einem OL-Helfer vom SV Robotron Dresden, anderen Abteilungen vom USV TU Dresden (Kanu und Kampfsport, beides auf dem Rasen) und anderen Sportvereinen. Im neu kartierten Johannstadtpark wurden Posten gefunden und gesucht (nein, zum Glück kamen keine weg) – manchmal war die erste Hürde sprachlicher Natur, die Aufgabe des OL verstehen, wenn die Muttersprache nicht die deutsche ist. Die 2. Strecke führte bis auf den ASP, den Abenteuerspielplatz, den u.a. ich kennenlernte, auf dem ich bereits wen kannte, mit dem wir kooperierten und auf dessen kinderfreundlichem Gelände, eine Oase inmitten der Plattenbauten, wohl kein letztes Mal Posten standen.
Und gestern (7.5.) nutzte eine Lehrerin der HOGA-Schule in Dobritz mit Post-SV-Dresden-OL-Hintergrund einen Foto-OL in Laubegast, also im (Süd)Osten der Stadt, bei dem es vorallem auch ums Hinschauen und Wahrnehmen geht.
Zwei geplante Schul-OL wurden verschoben und finden – hoffentlich – nächstes Schuljahr statt. Der Westen der Stadt soll doch nicht zu kurz kommen. Die 37. GS war dieses Schuljahr bereits in den Genuss eines OLs von einem Postsportvereinsfreund gekommen.
Und nicht zuletzt wird der Studenten-Sportkurs Orientierungslauf seit über 15 Jahre auch dieses Sommersemester von jungen Vereinsmitgliedern und anderen studierenden OL-Menschen angeleitet.
Was bleibt?
besondere Erlebnisse/Erfahrungen für junge Menschen – nicht immer auf Anhieb erfolgreiche
mehr OL-Bekanntheit in Dresden und der Region (auch durch Erwachsene (Eltern, Schulsozialarbeiterinnen, Passanten ...), die sich interessieren)
und menschliche Bekanntschaften
Apropos Bekanntschaften:
Eine Lehrerin ist eine ehemalige Mitschülerin einer Vereins-OLerin – daher die OL-Anfrage.
Eine Lehrerin hat OL-Verwandtschaft in Wehrsdorf, eine andere in Jena.
Ein Schüler ist ein Enkel einer Bekannten.
Ein Schüler kennt einen Lehrer anderswo, der OLer ist, wie er erfuhr.
Eine Schülerin macht bereits OL.
einige Jugendliche, die in bekannten (OL-)Vereinen andere Sportarten machen
ein GTA-Verantwortlicher mit OL-Sohn und -Frau
eine Schülerin, deren Mutter mal OL machte
eine Schülerin in unserem OL-Trikot, die keinen OL mehr macht
Die verantwortlichen Lehrerinnen, Lehrer und Schulleiterinnen dankten herzlich und auch einzelne der jungen Menschen, die OL kennengelernt hatten, trauten sich das von sich aus.
genehmigte Fotos Tolkewitzer Schul-OL-Wochen - neuster Labyrinth-Spaziergangs-Stadt-OL (hilft gegen Geschichtsvergessenheit) - Johannstadtpark-OLs heute