15.05.2024

Polarlichter und gelichteter Wald - 24-Stunden-OL in Thüringen

von Fanny Sembdner

Nach 2007 und 2015 war der Karolinenhof in Karolinenfield wieder Austragungsort des mittlerweile 24. 24-Stunden-OL. Im Vorschau-Artikel von o-sport.de vom 17.04.2024 (siehe Link unten) ist bereits das Wichtigste zum Wettkampf beschrieben.

Der 24-Stunden-OL ist wohl der deutsche Wettkampf, bei dem die meisten Staffeln mit Läufern aus unterschiedlichen Vereinen starten. So gab es trotz großer TU-Beteiligung nur eine einzige reine 24h-USV-TU-Dresden-Staffel. Aber natürlich gab es auch TU-Teilnehmer beim 12-Stunden-OL sowie der Jugendstaffel über 6 Stunden.

Meine Staffel setzte sich aus 4 TU-Läufer*innen und je einem Läufer vom SV Robotron Dresden und SSV Planeta Radebeul zusammen. Wir hatten uns auf den Teamnamen „Dreggsch im Schlafsack“ geeinigt, danach eine Einkaufsliste erstellt, um am Freitagabend - nach Anreise und Zeltaufbau - zusammen zu kochen. Das nenne ich Teambildung.

Highlight des Abends waren die Polarlichter, die über dem dunklen Zeltplatz wunderbar rosa am Nachthimmel leuchteten.
Die Nacht im Zelt war mit 7 Grad nicht besonders warm, aber es sollte ein warmes, trockenes Wochenende werden.
Pünktlich um 9 Uhr fiel der Startschuss und … Startläufer liefen in verschiedene Richtungen los. Ich hatte als 4. Läuferin noch 1:20 h Zeit, bis ich auf meine erste Bahn - TH3 - geschickt wurde. Viel Zeit zum Ausruhen blieb mir nicht, schon 13:53 Uhr war ich wieder dran. Meine Teammitglieder waren motiviert und blieben fast fehlerfrei, so dass meine 3. Runde 17:25 Uhr startete. Die Zwischenergebnisse ließen auf eine gute Platzierung hoffen. Mittlerweile wurde der Wechsel auf die Dämmerungsbahnen mit 19:30 Uhr festgelegt, was unsere ursprüngliche Planung durcheinander brachte, aber schnell wurde die Streckenzuteilung umgestellt. Nach knapp 3 Stunden Pause startete ich auf die kurze Dämmerungsbahn. Danach hieß es: essen und versuchen zu schlafen. Letzteres gelang nicht so gut, kurz nach Mitternacht wurde ich von Läufer 2 geweckt. Mich erwartete eine 3,9 km (Luftlinie) lange bzw. eher kurze, einfache Nachtbahn. Mein letzter Nacht-OL war zum 24-Stunden-OL 2019! Aber dank der großen Reflektoren an den Posten bin ich nach 45 min und 5 Laufkilometern ohne Fehlstempel ins Ziel gekommen. Aber ich wusste, eine Runde im Morgengrauen steht mir noch bevor. Also hieß es: dreggsch in den Schlafsack und ausruhen. Ab 5 Uhr stand ich im Wechselraum und wartete wie viele andere auf den Wechselläufer. Es war mittlerweile hell geworden, die Lampe konnte ich somit im Zelt lassen. Die letzten Kräfte mobilisierend absolvierte ich meine letzte Bahn (HN3). 2 weitere Bahnen konnten wir noch vor Zielschluss - 9 Uhr am Sonntagmorgen - absolvieren und mit schlussendlich 37 Bahnen den 3. Platz in der Gesamtwertung verbuchen. Danke an mein tolles Team, ihr ward klasse!
Nach einer warmen Dusche und Kaffee wurden dann langsam die Zelte abgebaut und nach der Siegerehrung - mit Taufe eines in der Nacht geboren Kälbchens - traten alle ihre Heimreisen an.

Die 24h gewann die Staffel Sommernachtstraum vom Post SV Dresden vor „Geiler Scheiß is back“ mit 6 (ehemaligen) Nationalläufern. Sie liefen insgesamt je 38 Bahnen mit zusammengerechnet 172,2 Kilometern. Platz 5 und 6 erreichten Staffeln mit je einer TU-OL-Dame.
"a-lone in Front“ gewann - mit Markus Grätsch und Konstantin Kunckel vom USV TU Dresden - souverän die 12-h-Kategorie mit 23 gewerteten Bahnen (plus eine mit Fehlstempel) und 100,8 gelaufenen Kilometern vor „EnteNuii“ (mit Vincent Kunckel und Jonas Kögler von TU) mit 21 Bahnen. Platz 3 ging hier an die Familienstaffel „Mir san die Lehners“.
Der Vollständigkeit halber hier noch die Ergebnisse der Jugendstaffeln: Platz 1: „Die Steinberger“, Platz 2: „Sommernachtsträumchen“ und Platz 3: „Um drei gibt's Eierkuchen“.

Bleibt zu hoffen, dass sich auch in zwei Jahren wieder genug Helfer und belaufbarer Wald zusammenfinden, um die 24er-Tradition weiterleben zu lassen.

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