116 Posten + 30 junge Leute (in neongrünen Pullis) = viel Freude
Am meisten dürften den Mittel- und Lang-Bahn-Laufenden beim 17. Dresdner Vielposten-OL der USV-TU-OL-Jugend wohl die Saxophonklänge am 2. Straßenüberquerungs-Getränke-Posten von Marek Siegert hängen bleiben. Ich wähnte es erst als Musik vom nahen WKZ auf der Wiese zwischen Ponickau und Wald, doch es war echte Livemusik im Wald. Da vergaß schon mal einer (fast), den Posten zu lochen. Andere ignorierten zwar diesen nicht, dafür die dortigen Verpflegungsangebote von Wiener über Gummibärchen bis hin zu sauren Gurken, die wiederum andere dankbar annahmen. Überhaupt war die Verpflegung wieder eine Gaumenfreude. Die größte Freude meinerseits war zu erleben, wie organisiert, selbständig und zugleich fröhlich unsere Jugend und jungen Erwachsenen alles wuppten. ...
Der Vielposten-OL ist ein Klassiker, der mega Freude macht, und unsere Vereinsjugend rockt ihn Jahr für Jahr. Diesmal stellte sich Franka Klein den Herausforderungen der Gesamtleiterin, schließlich waren ihr ältester Bruder Cedrik und Markus Grätsch voll für die DM Lang (vor 2 Wochen) im Einsatz, aber sie halfen vor Ort schließlich auch wieder mit, gehören sie doch zu den alten, erfahrenen Hasen im Org-Team. Ein paar Jüngere rutschen nach, der jüngste Helfer, 11 Jahre, hat jetzt schon Bock Bahnen zu legen. Als er noch im Mutterleib war, fand der 5. Vielposten-OL ebenda, bei Stölpchen statt. Das einzige Mal als LRL. Das letzte Mal solo. Ab dem 6. wurde er immer im Verbund mit einem 2. OL ausgetragen, erst wurde ein Wenig-OL drangehangen, später eine Sächsische Meisterschaft. Diesmal auch hier ein Novum: die SM Staffel, die es länger nicht gab. Marek Klein legte schöne Bahnen in den Mittelteil des vor allem von Norbert Zenker kartentechnisch überarbeiteten Waldgebietes. Das 2er-Staffel-Format mit 2-mal Laufen erinnerte an die Leipziger Kurzstreckenstaffel. Die Bayern tragen ihre Staffel schon länger derart aus. Und es kam trotz recht geringer Teilnehmerzahlen fetziges Staffelfeeling auf. In der D/H12 lief es schließlich auf einen sehr knappen Sieg von Kurt Jobke und Otto Kääriäinen vor Adele und Selma Grismajer hinaus. In der D17 gewannen Anna Reinhardt und Kerstin Uiboupin Gold. In der D45 holten Kerstin Hellmann und Claudia Helling Bronze. Und in der H17 wurden Wieland Kundisch und Tomi Kääriäinen Zweiter, wobei hier auch einige Mixteams mitliefen und das 1. derer mit Patricia "Patschi" Nieke und Josef "Pepa" Neumann auf Platz 4 landete.
Hanne Kaufmann hatte die diesjährige Perlenkette auf die Karten verteilt und einige junge OLer*innen hatten die vielen Posten in den Wald gesetzt.
Ein Läufer erinnerte sich vor dem Lauf daran, wie der JLVK 1996 ebenfalls hier stattgefunden hatte und er damals mit Startkarte lief, in die zu lochen war. Stellt euch mal einen 100-und-mehr-Posten-OL mit Lochzangen vor! Die Auswertung!!! :)
Ich durfte heute einen Läufer, den ich überholte von einem anderen Läufer, den ich zuvor überholt hatte, grüßen. Bei keinem anderen OL geschehen wohl solche Späße. Aber Vielposten-OL scheint es auch anderswo in Europa zu geben, auf regionaler Ebene wie bei uns. Vielleicht wird es Zeit, dem Vielposten-OL mal einen BRL anzuhängen ... Ideen, den Vielposten-OL auch mal auf dem Mars auszuprobieren, wurden auch am Rande der Veranstaltung mit Fachpersonal besprochen. ;) Zu wünschen ist uns und der Jugend, sobald nicht damit aufzuhören!
Der Lauf ist aber längst schon über die sächsischen Grenzen hinaus bekannt: diesmal kamen Gäste aus Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Lettland, Estland und der Schweiz - eine TU-Jugendliche kam auch extra von dort zum Helfen. So ein Zusammenhalt!
Und alle brachten wohl ein paar Stacheln/Dornen und auch gute Eindrücke von den viel größeren gefegten Waldteilen mit spannendem Relief wieder mit nach Hause.
Die Moosmutzelbahn gewann Johanna Wiedenfeld (Post SV Dresden), die kurze Bahn (35 Posten) Friedmar Richter (am Vortag etwas verletzt), die mittlere (66 Posten) Jakob Drechsler vom Post SV Dresden. Schnellste Dame war hier Kerstin Uiboupin vor Ellen Klüser. Und die lange Strecke gewann Philipp Müller (Post SV Dresden) vor Wieland Kundisch und Erik Scheuermann (SSV Planeta Radebeul). Als die schnellsten drei Damen über die 116 Posten wurden Lone Pompe (SV Robotron Dresden), Marlene Fritz (OL-Team Filder und im Org.-Team dabei) und Patricia Nieke (USV TU Dresden und ebenso Helferin) geehrt. Konstantin Kunckel lief mit Kenntnis einiger Posten durchs Postensetzen und -kontrollieren die lange Bahn sogar noch etwas schneller als Philipp.
Zur erstmals durchgeführten LRL-Siegerehrung waren etliche der Geehrten nicht (mehr) da, aber schön, dass sich hier Leute engagieren!
So bleibt nur ein Wermutstropfen durch einen medizinischen Notfall zu Beginn der zwei sonnigen OL-Tage.
Ergebnisse SM Staffel - Ergebnisse Vielposten-OL - Fotos 5. Vielposten-OL ebenda - Fotos 17. Vielposten-OL-WE