04.06.2025

Ein bisschen wie Ostsee-OL - DM Mittel in Brandenburg

von Wieland Kundisch

Sie wollte auf Sieg laufen und sie gewann erfreut: Paula Starke lief die Deutsche Meisterschaft im Mittel-OL im nordöstlichen Brandenburg in der Elite fehlerarm und baute so ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Einzig die Juniorin Lone Pompe vom SV Robotron Dresden legte die Strecke durch die feinen Höhen und den recht offenen Wald schneller zurück. Birte Friedrichs vom MTV Seesen war etwas geschwächt angereist, sicherte sich aber Silber. Etwas überraschend holte sich ... Bronze und damit ihre erste Einzelmedaille in der Elite. Sie sprach von Fehlern und dass sie ein paar Mal stehen geblieben war, um die Karte richtig zu deuten - es zahlte sich aus - so wie regelmäßiges Training und andere machten mehr Fehler und/oder liefen langsamer. Kerstin Uiboupin wurde 6., Anna Reinhardt 7. Ein Drittel der Meldungen in der Damenelite gingen auf unseren Verein zurück. Ellen Klüser reiste krankheitsbedingt nicht an. Patricia Nieke lief am selben Wochenende tschechische Ranglistenläufe. Beide hätten Siegchancen gehabt.
In der Herrenelite verpasste Konstantin Kunckel den anvisierten Sprung aufs Treppchen und landete hinter zwei Nationalläuferkollegen und Meister Toby Scott vom OLV Steinberg auf Platz 4. Er hatte sich mit der benachbarten Karte von 2017 auf den Lauf eingestellt. Seine Elitestrecke nutzte das Meisterschaftsgelände mit Schlaufen (die ein Nachlaufen einschränken sollten) vollumfänglich aus und allein fürs Verfolgen der Bahnanlage brauchte es einen klaren Kopf. Das war nicht einfach angesichts der sommerlichen Wärme, die bis auf einen breiten, offenen Streifen für Stromleitungen im Schatten des Schönholzer Forstes südlich der Kreisstadt Eberswalde zum Glück erträglich blieb.

Folgende Vereinsmitglieder erliefen weitere Medaillen:
Wieland Kundisch kam bis auf eine Verunsicherung durch eine Schneise wie Paula gut durch seine H40-Bahn, profitierte vom Fehlstempel - ohne den es sehr spannend geworden wäre - seines Altersklassen-Konkurrenten Leif Bader vom Post SV Dresden und gewann Gold. In fast gewohnter Manier tat ihm das Helmut Conrad in der ältesten Kategorie H80 gleich und wurde in dieser direkt vor seinem Bruder Dieter Conrad Meister, welcher nun, nach Auflösung der OL-Abteilung des SV Wissenschaft Quedlinburg, für den MTK Bad Harzburg läuft.
Moritz Großmann, obwohl es ihm zwischendurch nicht gut ging, erlief in der H14 nach unserem Trainingswochenende Silber genauso wie Diethard Kundisch, der mit dem Rad auf der sandigen Wettkampfwiese erschienen war, in der H70 Vizemeister wurde. In der H12 (ohne Meisterschaftswertung) erlief auch Kurt Jobke Platz 2. Bronze holten Michael Löhning (H50), Birgit Buhler (D60) sowie Holm Krüger (H75).

Der Deutsche Parktour-Sprint am Freitagabend vor der Meisterschaft im angrenzenden Waldgelände bot einen guten Geländeeindruck, forderte Richtungskontrolle sowie das Mitlesen der flachen Höhen und stellte auf eine hohe Postendichte ein.
Der Bundesranglistenlauf Lang am Sonntag dagegen zeigte noch einmal, wessen Ausdauer und Konzentration bis zum Schluss in einem vegetationsmäßig noch etwas abwechslungsreicheren Waldbereich anhielten.
Die Waldstadt Eberswalde erwies sich mit ihrer Natur (einige Naturschutzgebiete) und Kultur (z.B. Oder-Havel-Kanal und Schwerindustrie zu DDR-Zeiten) als wieder einmal lohnendes OL-Ziel.
Danke an den ESV Lok Berlin-Schöneweide für das schöne Schönholzer-Heide-Wettkampfwochenende!

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