25.06.2026

Doppelter Sieg bei Damen und Herren für den USV – DM Staffel im Erzgebirge

von Kay-Uwe Kaufmann

Nachdem im letzten Jahr die Team-Meisterschaften der Staffel und Mannschaft auf zwei Orte und Termine verteilt stattfanden, konnten alle Liebhaber des Teamgedankens in diesem Jahr ein Wochenende dick im Kalender anstreichen. Der SV Lengefeld lud dazu ins Erzgebirge im westlichen Teil Sachsens ein. Dabei diente der Sportpark Rabenberg in der Nähe von Johanngeorgenstadt als perfektes Wettkampfzentrum mit Schwimmbad und Unterkunftsmöglichkeiten sowohl in den Häusern als auch mit eigenem Equipment wie Camper oder Zelt gleich vor Ort. Kurze Wege garantiert!
Die Wettervorhersage verhieß zusätzlich zum emotionalen Staffel- und Mannschaftsfeeling die passenden Temperaturen zur Sommersonnenwende, um auch physisch so richtig ins Schwitzen zu kommen. Der schöne Wald mit teilweise ruppiger Belaufbarkeit war durch zahlreiche Bike-Trails gekennzeichnet.
Für die DM Staffel hatten wir wie üblich in der Damen-Konkurrenz die Favoritenrolle und dieses Jahr auch die Kader der Nationalmannschaft fast komplett am Start. Die Herren rechneten sich ebenfalls Chancen auf das Podest aus, mit starker Konkurrenz (ebenfalls wie üblich) aus den anderen Dresdener Vereinen und aus dem Harz vom MTV Seesen. Auch unsere anderen zahlreichen Staffeln hatten in ihren jeweiligen Alters-Kategorien Aussicht auf gute Platzierungen.
Der Veranstalter schickte die Staffeln zur warmen Mittagsstunde in vier Wellen in den Wald. Bevor die letzte Startwelle gestartet war, kam die Startläuferin unserer ersten Damenstaffel schon zurück zum Start. Paula Starke hatte am ersten Posten den Verlust ihres Chips feststellen müssen, bekam vom Veranstalter schnell einen Leih-Chip und ging mit etwa 7 Minuten Rückstand auf die Verfolgungsjagd ihrer enteilten Konkurrentinnen. Wir konnten also live die Erfindung der neuen Disziplin Handicap-Start erleben. Bis zum Wechsel konnte Paula bis auf Stanja Lindig (Planeta Radebeul) alle Startläuferinnen überholen und übergab an Kerstin Uiboupin, die dann auf ihrer Strecke die Führung übernahm. Als dritte Läuferin musste Patricia Nieke „nur“ noch die Führung nach Hause laufen, was bei der Hitze und der herausfordernden Topographie des Geländes trotzdem eine schwierige Aufgabe darstellte. Zum Ende der Geschichte kommen wir gleich!
Bei den Herren sammelte Markus Grätsch einen kleinen Rückstand auf der Startstrecke ein und übergab in einer trotzdem hervorragenden Rennsituation an den Routinier und langjährigen Staffel-Träger Wieland Kundisch. Er verbesserte die Platzierung erheblich und übergab auf Platz 2 an den starken Schlussläufer Konstantin Kunckel. Er hatte vor sich die Immer-Wieder-Konkurrenz vom Post SV Dresden, die durch einen kurzfristigen Ausfall nicht ihre geplante Besetzung hatte. Schnell wurde anhand des GPS-Trackings klar, dass Konstantin die Spitze übernehmen würde. Von hinten drohte noch der Kollege aus der Nationalmannschaft Ole Hennseler vom MTV Seesen, aber der Vorsprung nach den ersten beiden Läufern erschien groß genug, um eine sehr gute Siegchance haben zu können. Aber es musste in beiden Hauptklassen auch zu Ende gebracht werden und jeder, der Staffelrennen schon mal bestritten hat, weiß, was alles schiefgehen kann beim Orientierungslauf.
Den Abschluss der Staffel konnten unsere LäuferInnen dann zu einem kleinen historischen Moment gestalten. Beide tauchten kurz hintereinander am Sichtposten auf, mit einer sicheren Führung. Am Endposten warteten dann schon alle Mit-Staffel-LäuferInnen, die erst Konstantin und dann gleich danach Patricia begrüßen konnten, die vom Glücks-Adrenalin gepusht die auf der Zielstrecke schon den Augenblick genießenden Männer noch überholte. Die ZuschauerInnen konnten also sechs gleichzeitig einlaufende, glückliche Menschen bejubeln. Der erste Sieg seit vielen Jahren für die Herren, besonders Wieland konnte es kaum fassen, dass ihm dieses Glück nach so vielen erfolglosen Versuchen vergönnt war. Aber auch die Damen freuten sich über den neuerlichen Erfolg, besonders Patricia war nach längerer erzwungener Sport-Pause happy mit sich und der Welt.
Den Platz zwei erliefen sich dann ebenfalls Teams des gleichen Vereins, neben Ole Hennseler sicherte auch Birte Friedrichs für den MTV Seesen die Silbermedaillen. Die Bronzemedaillen gingen an den auf der Schlussstrecke sehr tapfer kämpfenden Post SV Dresden bei den Herren und die OLG Regensburg bei den Damen.
Im Fokus auf die beiden Hauptkategorien ging fast ein bisschen unter, dass wir auch in weiteren Klassen erfolgreich sein konnten. Die beiden Siege bei den Herren 14 (Otto Kääriäinen, Friedrich Schmidt, Kurt Georg Jobke) und Herren 18 (Raphael Kunckel, Aiko Klein, Karl Rudolf Jobke) lassen hoffen, dass der nächste Sieg von TU-Elite-Herren nicht wieder so lange auf sich warten lässt. Die Damen 130 (Cornelia Eckardt, Corinna Kretzschmar, Sonnhild Grismajer) belohnten sich in der knappsten Entscheidung des Tages für eine starke Leistung ebenfalls mit der Goldmedaille. Die schnellste Einzelzeit in der Kategorie ging auf das Konto von Startläuferin Cornelia Eckardt.
Die Siegerehrung im um die Ecke im Gelände des Sportparks aufgebauten Festzelt am Abend rundete einen perfekten Tag fast schon ab, aber man konnte den immer noch warmen Abend entweder mit Fußballschauen des deutschen Spiels gegen die Elfenbeinküste oder mit dem Genuss des Sonnenuntergangs in die Verlängerung gehen lassen, da ja die Meisten nirgendwo mehr weit hinmussten.
Am Sonntag kannte das sonnige und warme Wetter erst mal keine Pause, so dass auch die Deutschen Bestenkämpfe in der Mannschaft den Teilnehmern alles abverlangten. Bahnleger Jens Leibiger stellte den 3er-Teams anspruchsvolle Aufgaben, wo man neben der Vollständigkeit der Pflicht- und zahlreichen Wahlposten auch die richtige Aufteilung am teils steilen Hang hinbekommen musste. Dies gelang bis auf eine Ausnahme erfreulicherweise allen Mannschaften aus unserem Verein. Sich auch mit einer schnellen Zeit gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen schafften vor allem die Damen wieder hervorragend. Sowohl in der Elite-Klasse als auch in der Damen 130 konnte der Sieg vom Samstag in der gleichen Besetzung wiederholt werden. Bei den Elite-Damen sprang durch die zweite Mannschaft mit Anna Reinhardt, Franka Klein und Hanne Kaufmann sogar ein Doppelsieg heraus. Ebenfalls Zweite wurden die Herren, dieses Mal in der Besetzung Josef Neumann, Marek Klein und Markus Grätsch. Der Sieg ging an den MTV Seesen. Auf Platz 2 landeten auch die Herren 18, über Platz 3 konnten sich die Damen 18 (Sarah Dequiedt, Lisa Löhning, Viktoria Amberg), die Damen 160 (Christina Holfeld, Heike Leideck, Susanne Löhning) und die Herren 160 (Alexander Lubs, Wieland Kundisch, Heiko Gossel) freuen.
Insgesamt ein sehr gelungenes Wochenende, bei dem durch die Organisatoren des SV Lengefeld für alles bestens gesorgt war: Von ausreichend Wasser über einen sehr guten Sprecher, der dank GPS-Tracking stets im Bilde war, bis hin zu schönen Bahnen in einem anspruchsvollen Gelände mit neuer Karte. Und sogar noch mit viel Wald, was leider nicht mehr selbstverständlich ist heutzutage.

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